Anonymer Bericht über mentale Krankheit

Mentale Krankheit-ein verbotenes Thema

„… wenn man keine Ahnung hat, wie man den nächsten Tag überleben soll. Wenn man jeden Tag gegen sich selbst kämpft. wenn man keinen einzigen Tag mehr leben möchte. Alle vier Sekunden stirbt ein Mensch an Suizid. Aber wen interessiert es schon? Niemand redet darüber, aber wenn jemand im Auto verunglückt ist, dann berichten alle Zeitungen davon! Suizid ist ein verbotenes Thema! Niemand möchte darüber reden, weil zu wenige Leute darüber informiert sind.  Psychologische Probleme werden nicht besprochen. Auch wenn man von den Problemen weiß, scherzt und lacht man über Psychiatrien und Psychopathen…dabei wissen sie gar nicht, wie psychisch belastend es ist. Ich wurde selbst vor 7 Monaten mit einer psychischen Krankheit diagnostiziert. Jeder vierte leidet einmal im Leben an Depressionen. Typische Symptome sind z. B. Müdigkeit, ritzen, Suizidgedanken, Lustlosigkeit und Isolierung. Es fühlt sich an, als würde man in einem dunklen, kalten Loch stecken. Man sieht kein Licht, nur Dunkelheit. Das größte Problem ist unter anderem auch, Hilfe zu suchen und zu zulassen. Man möchte einfach anderen mit seinen Problemen nicht zur Last werden.

Es ist wichtig, suizidgefährdeten  Menschen Hilfe anzubieten und ihnen zur Seite zu stehen. Zum Beispiel kann man mit Freunden, Eltern oder Lehrern zu reden. Ich habe mich zuerst an meine Musiklehrerin gewendet, die mit meinen Eltern gesprochen hat, sodass ich schließlich einen Platz beim Psychologen bekommen habe. Es war für mich persönlich sehr schwierig zu zugeben, dass ich eine Therapie brauche… aber diese Entscheidung war richtig. Die ersten Therapiestunden waren nicht einfach für mich, da ich mir es nicht leicht gefallen ist, mich einer fremden Person zu öffnen. Ab dem 16. Lebensjahr darf man alleine zum Psychologen gehen, dennoch sollte man sich mit seinen Eltern absprechen. Eltern sorgen sich um ihr Kind und merken, wenn etwas nicht stimmt. Sie würden ihr Bestes geben, um weiterhelfen zu können. Später kam ich zur Psychiatrie und muss zugeben, dass sie mich gerettet hat. Meine Suizidgedanken haben mich einfach überwältigt. Ich habe mittlerweile lernen können mit diesen umzugehen und mich nicht selbst zu verletzen. Jeder Psychologe, mit dem ich in Kontakt kam, war freundlich und hilfsbereit. Man kann dort jederzeit Hilfe bekommen. Die Psychiatrie ist der beste Ort, um mehr über sich selbst zu lernen. Ein normaler Tag in der Psychiatrie sieht so aus: 7 Uhr Frühstück, Therapien, 12 Uhr Mittagessen, Therapien, 15:30 Snacks, mehr Therapien, 18 Uhr Abendessen und 21:30 Schlafenszeit.  Es gibt dort auch sog. „Morgens-und Abendstreffen“, um von seinen persönlichen Zielen  zu berichten und mitzuteilen, wie gut oder schlecht es einem geht. Psychiatrieaufenthalte und Therapien werden von der Versicherung bezahlt, genauso wie Medikamente. Diese Medikamente werden nur von Psychiatern verschrieben und helfen Patienten bei Therapien, die in sich in einem schlechten Zustand befinden. Übrigens hat jede Krankheit eine bestimmte Nummer ,bspw. hat Depression Nummer 32. Ich weiß nicht, wie viele mentale Krankheiten existieren, aber ich hoffe, dass sie nicht mehr länger ein Tabu-Thema bleibt. Ich hoffe, dass meine Geschichte etwas bewegen kann und einen Schritt nach vorne ist. Ich wünsche mir sehr, dass alle auf ihre Geliebten oder im Allgemeinen sich gut um ihre Mitmenschen kümmern. Hört nicht auf die gesprochenen Worte, sondern die, die verschwiegen werden!“ -anonyme Person

Bild von Yuri Reitler

 

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